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Tai Chi Schule Stephanie Panskus


Snake-Style und Fakten und Irrtümer

Organisatorisches | Inhalte
 

Die Tai Chi Schule Stephanie Panskus unterrichtet in der Tradition von Yang Sau Chung (*1910 †1985), dem Urenkel des Begründers dieses Stils, so wie sie von seinem Meisterschüler Ip Tai Tak an Bob Boyd weitergegeben wurde. Großmeister Yang Sau Chung erlernte dieses System von seinem Vater Yang Chen Fu und gab es seinerseits an seinen Nachfolger und ersten Meisterschüler Ip Tai Tak weiter. Als 1. Disciple von Großmeister Yang Sau Chung lernte Ip Tai Tak diesen besonderen Stil über 35 Jahre und entwickelte ihn Seite an Seite gemeinsam mit seinem Lehrer weiter.

Dieses System wird auch 'Snake-Style' genannt, da man, ähnlich einer Schlange, mit den wirbelsäulennahen, inneren Muskeln arbeitet, und darüber einen kraftvollen, beweglichen und gesunden Rücken entwickelt. Man könnte ihn auch 'Disciple-Style' nennen, da dieser Stil innerhalb der Yang-Familie bisher immer nur von Vater zu ältestem Sohn weitergegeben wurde, oder, falls das nicht möglich war, zu einem in die Familie adoptierten Meisterschüler, einem Disciple. So wurde Großmeister Ip Tai Tak zum Meisterschüler von Yang Sau Chung und Bob Boyd wiederum zum Meisterschüler von Ip Tai Tak.

Vor seinem Tod gab Meister Ip seinem Schüler Bob Boyd die Erlaubnis, diese Geheimniskrämerei zu beenden, und stattdessen für die Verbreitung dieses wunderbaren Bewegungssystems zu sorgen. Als eine der ersten Schulen wurde die Tai Chi Schule Stephanie Panskus vom Institut Bao Tak Fai zertifiziert, diesen sogenannten Ip-Familien-Stil ( Snake Style) , zu unterrichten.


Snake-Style

Unter den drei Varianten des Yang Familien Tai Chi Chuan (Kranich/Tiger/Schlange) zeichnet sich der Schlangenstil u.a. durch seine besondere Anwendungsbezogenheit aus. Der Schlangenstil benötigt (und entwickelt) eine beträchtliche Beweglichkeit und Flexibilität der Wirbelsäule, Hüfte/Taille, der Rippenknorpel sowie der innen liegenden Muskulatur des Bauchraums, des oberen Brustkorbes und des Rückens.

Die sich windenden Bewegungen des Schlangenstils bewegen und verlagern den Körperschwerpunkt durch die Benutzung der tief innen liegenden Muskelgruppen. Durch diese Muskeltätigkeit werden vor allem die inneren Organe optimal massiert. Sie werden gekräftigt, mit Sauerstoff und Blut versorgt und bilden hierdurch die Grundlage für ein gesundes und langes Leben. Durch die wachsende Flexibilität im gesamten Rumpfbereich entsteht ein deutlich verbessertes Körper- und Bewegungsgefühl, das zum allgemeinen Wohlbefinden des Menschen beiträgt.

Weiterhin kännen durch regelmüßiges und intensives Training des Snake-Styles beträchtliche kämpferische Fertigkeiten entwickelt werden.

Die Feinheiten des Schlangenstils sind vom ungeübten Betrachter nur schwer zu erkennen. Die Hand-/Armpositionen sind weniger herausgestreckt als im Tigerstil, und verschiedene Handhaltungen und -techniken werden in stärkeren Winkeln ausgeführt als der eher gradlinige Tigerstil. Weiterhin wird im Schlangenstil das Gewicht jeweils zu 100% auf das Standbein verlagert, und klar zwischen vollem und leerem Bein in allen Positionen unterschieden.

Der Schlangenstil besteht aus folgenden Komponenten:

1. Snake-Style - Tai Chi Chuan (alte Faustform)
2. Snake-Style - Cheung Chuan (Schnelle Faustform)
3. Zhang Zhuang Qi Gong (Pfahlstehen)
4. Push Hands (schiebende Hände/Anwendung)
5. Säbelform
6. Schwertform
7. Speerform


Informationen zu gängigen Begriffen im Tai Chi Chuan

'Snake-Style'
Er wird häufig im Zusammenhang mit den beiden Begriffen Tiger-Style und Crane-Style erwähnt. Dabei handelt es sich nicht um traditionell überlieferte Begriffe, welche über Generationen tradiert wurden, sondern um relativ junge Bezeichnungen, die helfen, Unterschiede in verschiedenen Ausführungen der Tai Chi Formen zu verdeutlichen. Jede Tai Chi-Generation hat zur Verbreitung der Kunst des Tai Chi Chuan beigetragen und möglichst passende Begriffe und Beschreibungen gesucht, um den Schülern den Kern ihrer Techniken zu verdeutlichen. So hat z.B. Meister Ip Tai Tak den familieninternen Stil der Yang-Familie, den er von Meister Yang Sau Chung erlernte, als Snake-Style bezeichnet. Er bezog sich auf die Bewegungen der Schlange, die sich mit Hilfe der wirbelsäulennahen Muskulatur gewandt und flink bewegt, und zur Fortbewegung nicht auf Arme und Beine angewiesen ist, sondern alle Energie aus ihren tief liegenden Muskeln bezieht. Dies charakterisiert das grundlegende Bewegungsprinzip des Schlangenstils. Betrachtet man nun in gleicher Weise den Tiger - oder Kranichstil geht es auch hier um die jeweils charakteristische Bewegungsart der jeweiligen Tiere, die sich dann in der entsprechenden Tai Chi-Form als spezifisch herausstellen.

'Frames'
Darüberhinaus gibt es weitere gebräuchliche Beschreibungen für verschiedene Ausführungen des Yang-Stils wie z.B. den Large, Medium und Small Frame. Diese bezeichnen unterschiedliche Ausdehnungen innerhalb der Tai Chi Formen: so werden z.B. im Large Frame die Bewegungen größer, weiter und im kleinen Rahmen (Small Frame) entsprechend in ihrer Ausdehnung minimiert.

'Teacher-Style', 'Student-Style'
Da das, was die Familienmitglieder der Yang-Familie gelernt haben, nicht identisch war mit dem, was sie an Wissen an ihre Schüler weitergegeben haben, wurden Begriffe gefunden, die diese unterschiedlichen Tai Chi Arten bezeichneten: Familienmitglieder: Teacher-Style, und das, was ihre Schüler von ihnen gelernt haben: Student-Style.

Kranich, Tiger- und Schlangenstände
Diese Bezeichnungen beziehen sich nicht auf die Ausführung, sondern ausschließlich auf die Standhöhe der Formen. Kranichstände werden mit hohem, sehr gestrecktem Bein ausgeführt, Tigerstände mit mittel stark gebeugtem Bein, und Schlangenstände mit maximal gebeugtem Bein in sehr tiefen Positionen. Entsprechend der Höhe sind diese Stände kaum, mäßig und sehr beanspruchend für die Kniegelenke und die Hüften. Daher müssen die tiefen Stände mit großer Vorsicht und Erfahrung angegangen werden, da sich sonst leicht Hüft- oder Knieschmerzen und gesundheitliche Schädigungen einstellen können. Die Stände sind unabhängig von den Stilen und charakterisieren nur ein Prinzip, in diesem Fall das der Standhöhe.

Alle diese Bezeichnungen sollte man nicht sakrosankt sehen, sondern als bildhafte Hilfsmittel um den Schülern eine Idee der zu Grunde liegenden Inhalte zu vermitteln. Leider werden diese Bezeichnungen und auch Übersetzungen der chinesischen Klassiker all zu oft als heilig und 'unantastbar korrekt' angesehen, wobei einem jeder Übersetzter bestätigen kann, wie unglaublich schwierig und komplex die Arbeit ist, eine Sprache in eine andere zu übersetzen. Dies gilt vor allem für den Transfer der asiatischen 'Bilder/Symbol'-Schrift in westlich wissenschaftliche Schrift. Es braucht daher einen authentischen und offenen Meister des jeweiligen Fachs, um einen gesicherten Zugang dazu zu erhalten.

Bao Tak Fai Tai Chi InstituteDer Weg ist das Zielwww.taichi-tiger.de
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